Die Kölner Japanologie stellt sich vor: Teil VI

Foto: Milena Iciek

Name
Sonja R. Hülsebus

Was wollte ich eigentlich mal werden?
Einen richtigen Plan für meine berufliche Zukunft hatte ich nie. Mit einem Anästhesisten zum Vater und einer Krankenschwester zur Mutter wäre ein Medizinstudium quasi vorprogrammiert gewesen. Meine Stärken liegen aber eher in den Sprachen als in den Naturwissenschaften. Hinzu kommt mein Interesse für Kampfsport. Da ich längere Zeit hauptsächlich japanischen Kampfsport gemacht habe, entwickelte sich nach und nach ein immer größer werdendes Japan-Interesse. Zum Studium bin ich in meine neue Wahlheimat Köln gezogen, was ich nie bereut habe. Köln ist inzwischen genauso meine Heimat wie die Kleinstadt Jever, in der ich aufgewachsen bin. An die Uni und an meine Fächerkombination Japanisch / Englisch musste ich mich allerdings deutlich länger gewöhnen, als an das offene Gemüt der Kölner und das, obwohl ich anfangs noch unbedingt promovieren wollte. Nach dem Bachelor war dieser Plan ersteinmal vom Tisch. Der hart umkämpfte Arbeitsmarkt an deutschen Unis bzw. weltweit schreckte mich ab. Mangels eines Alternativplans blieb ich nach dem BA trotzdem an der Uni und nahm mit der gleichen Fächerkombination das Masterstudium auf. Inzwischen hatte ich erfahren, dass viele Doktoranden an der Uni zumindest mit einer halben Stelle in der Lehre arbeiten. Der Plan zu promovieren rückte damit noch weiter in die Ferne, denn Lehre konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Was mache ich jetzt?
Im Sommer 2015 bekam ich einen Job als Projektkoordinatorin in Aussicht gestellt. Fix schrieb ich deshalb meine Masterarbeit zu ende und fing im Oktober an, als wissenschaftliche Mitarbeiterin das Projekt „Forschungsklasse UNESCO Welterbe“ zu betreuen. Bislang kaum mit dem Thema UNESCO Welterbe in Berührung gekommen, fasziniert es mich nun so sehr, dass ich nun doch mein Promotionsvorhaben vorbereite. Seit Januar 2017 vertrete ich zudem Herrn Elis für neun Monate. Ich mache jetzt also genau das, was ich eigentlich nicht machen wollte.

Wie bin ich zu diesem Beruf gekommen?
Inzwischen weiß ich mit Sicherheit: es ist keine Übertreibung, wenn behauptet wird, für einen Job an der Uni gehört eine Mischung aus Glück und dem richtigen Timing genauso dazu wie die fachlichen Fähigkeiten. Ich war bereits als Bachelorstudentin Hilfskraft in der Japanologie. Glücklicherweise konnte ich bis zum Ende des Masterstudiums diesen Nebenjob behalten, d.h. ich habe einige Zeit für Herrn Köhn gearbeitet, bevor er mir den Job als Koordinatorin anbot. Dass ich kurz vor Beginn des Projekts meinen Masterabschluss geschafft habe, war wirklich perfektes Timing.

Was schätze ich an meinem Beruf?
Wann und wie ich meine Aufgaben erledige, bleibt größtenteils mir überlassen. Das gibt mir nicht nur Raum für ein selbstständiges Arbeiten, sondern auch für eine große Portion Kreativität. Außerdem lerne ich ständig Neues – nicht nur auf dem Gebiet der Heritage Studies. Ein großes Plus sind auch die KollegInnen der Japanologie, die stets mit Rat und Tat zur Seite stehen. Als Berufsanfänger schätze ich diese gute Betreuung sehr.

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