Wenn der Provider streikt – VPN mit Android unterwegs

Kürzlich versuchte ich freudig mein neues Tablet (Odys Xelio, Android 4.0.3 ICS) mit dem VPN der Uni zu verbinden. Vom heimischen WLAN aus klappte das völlig problemlos. Die Probleme begannen an zwei anderen Orten: Dem Uni-WLAN und schließlich dem mobilen 3G-Netz. Also lief ich erstmal zu unserer Netzwerkabteilung, die aber nach eingehender Prüfung feststellte: Für Problem eins (Uni-WLAN) benutze ich den falschen – L2TP-basierten – Client, Problem zwei muss irgendwie am Tablet selbst oder am Provider  liegen. Den Provider habe ich kontaktiert, wurde aber leider mit einer Standardantwort á la „müsste gehen, supporten wir aber nicht weiter, im Zweifelsfall ist Ihre Netzabteilung schuld“ abgefrühstückt. Also musste das google’sche Orakel befragt werden, mit dem Ergebnis: Sehr wohl blockieren einige Provider Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auf einer ganzen Reihe von Ports, darunter vermutlich auch der Port, der für L2TP verwendet wird. Für Businesskunden werden diese dann natürlich auf Wunsch freigeschaltet. Nun, Businesskunde bin ich nicht, aber immerhin hatte ich nun für beide Probleme einen gemeinsamen Lösungsweg: Wechsel zum AnyConnect-Client, der VPN über den nicht geblockten Port 443 (SSL) bereitstellt. Im Google Play Store gibt es gleich mehrere kostenfreie Varianten des Clients. Die „AnyConnect ICS+“-Version, die ich zuerst getestet hatte, scheiterte an einem Berechtigungsproblem. Nun gut, zum Glück ist mein Tablet ja ab Werk gerootet, also als nächstes die Version „Rooted AnyConnect“ ausprobiert. Ergebnis: „Der TUN/TAP-Treiber konnte nicht geladen werden.“ Grummel… google… Aha, der genannte Treiber fehlt auf vielen Tablets, Abhilfe schafft man mittels „TUN.ko Installer“, ebenfalls bei Google Play erhältlich. Die Installation eines passenden TUN-Treibers  war damit ganz einfach und siehe da, anschließend konnte sich auch AnyConnect aus jedem beliebigen Netzwerk heraus verbinden.

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