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Forced Migration and the Anthropological Response

19. Dezember 2016 - Blog, Lernblog, Studienleistungen

In dem Text „Forced Migration and the Anthropological Response“ (2003) beschäftigt sich Elizabeth Colson mit den Zentralen Gedanken von Vertreibung, Flucht und Umsiedlung. Sie greift dafür in ihrem Text auf verschiedene ethnographische Werke zurück und stellt verschiedene Beispiele vor. Sie erwähnt insbesondere Forschungen, die sich mit den Erfahrungen von Flüchtlingen, der Ausweisung und Rückkehr, der Verteilung von Flüchtenden, den Folgen für das Gastland, den sich bildenden Diasporas und dem Vergleich von Migrationsprozessen über Jahrzehnte hinweg beschäftigen.
Bereits zu Beginn des ersten Kapitels erwähnt sie, das 20. Jahrhundert bezeichnet als das „Jahrhundert der Flüchtlinge“. Dabei kam bei mir direkt der Gedanke auf, dass sich dies im 21. Jahrhundert wohl offensichtlich weiterhin nicht verändert hat. Auch heute erscheint uns das Thema Flucht und Vertreibung stets aktuell. Insbesondere der Aspekt inwiefern die Aufnahmegesellschaft durch zahlreiche Zuwanderungen von Flüchtlingen beeinflusst wird und wie sie damit umgehen kann oder sollte scheint meiner Ansicht nach ein immer größer werdendes Thema zu sein. Dabei wird leider häufig vergessen, dass es sich bei der „Masse an ‚Flüchtlingen'“ ebenfalls um Menschen handelt, die Bedürfnisse, Wünsche, Sorgen und Ängste haben. Durch die Kategorisierungen, wie Beispielsweise „die Flüchtlinge“ verlieren die einzelnen Menschen meiner Meinung nach ihren Stellenwert und es kommt schnell zu Verallgemeinerungen. Auf diesen Aspekt geht Colson ebenfalls an einer Stelle ein. Dabei führt sie Malkki an, die betont, dass bei der Erforschung der Flüchtenden Menschen zu beachten ist, dass sich diese, trotz möglicher Gemeinsamkeiten, in verschiedenen Lebensumständen befinden und somit eine Verallgemeinerung nicht angemessen ist. Eine Reduzierung der geflüchteten Menschen auf ihre Not, um sie so als Gruppe fassen zu können, ist laut Malkki eine Entmenschlichung dieser.
Dieser Meinung stimme ich voll zu. Ich denke besonders im Hinblick auf Menschen, die aus einer Notsituation heraus beschließen in ein anderes Land zu migrieren, scheint es schnell, als hätten all diese Menschen eine so große Gemeinsamkeit, dass sie als eine Gruppe definiert werden können. Dennoch sollte jedoch nicht vergessen werden, dass es sich auch in dieser Gruppe um Individuen handelt, die verschiedene Einstellungen, verschiedene Bedürfnisse, verschiedene Bildungsgrade, verschiedene Erwartungen und vieles mehr haben. Malkki sieht jedoch trotzdem ethnographische Studien als wesentlich, um in Zukunft bessere Wege der Konzeptualisierung und Lebensgestaltung für geflüchtete Menschen zu finden. Auch an dieser Stelle stimme ich zu, denn meiner Meinung nach ist es wichtig, in diesem Bereich zu forschen, um die Bedingungen für alle Betroffenen zu verbessern. Allerdings darf dabei eben nicht vergessen werden, dass es sich nicht um eine homogene Kategorie an Menschen handelt, sondern immer noch um Individuen.

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