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New mobilities paradigm

14. November 2016 - Blog, Lernblog, Studienleistungen

Die Welt ist in Bewegung. Menschen pendeln zur Arbeit, fliegen in Urlaub, flüchten vor Krieg und Katastrophen. Mimi Sheller und John Urry befassen sich in diesem Text mit dem ’new mobilities paradigm‚, das die Mobilität in unserer Zeit genauer beleuchtet. Sie ist geprägt von neuen Technologien, die die Mobilität der einen erweitern und die der anderen beschränken, besonders, wenn es darum geht Grenzen zu überwinden. Das Internet bietet neue Formen virtueller Bewegung an und lässt sich gleichzeitig mit physischer Fortbewegung in Verbindung bringen (Sheller, Urry 2006:207): Apps, wie die der Deutschen Bahn erleichtern die Zeiteinteilung dadurch, dass sie uns unterwegs mitteilen, wann welche Bahn fährt und welche Verspätung hat und Google Maps zeigt uns den Weg von A nach B in allen Einzelheiten.

Es ist schon selbstverständlich, dass wir Obst und Gemüse konsumieren können, das in unseren Breiten gar nicht wächst und man denkt selten darüber nach, welchen Weg dieses bereits zurückgelegt hat, bevor es in unserem Supermarkt angeboten werden konnte.

Jeder Ort ist mehr oder weniger vernetzt. Es gibt diesbezüglich keine Inseln, sodass man auch davon spricht, dass die Welt mit dem Fortschreiten der Globalisierung kleiner wird (ebd., p.209). Orte, die schlecht vernetzt sind, rücken dadurch noch weiter in die Ferne, während der Rest leichter zu erreichen ist und somit näher scheint (ebd., p.219).

Doch gibt es neben den vielen Vorteilen auch Nachteile in einer Welt, in der auch große Distanzen in kürzester Zeit überwunden werden können. Alles verbreitet sich schnell, auch illegale Güter, Viren oder Videos und Fotos im Netz, die widerrechtlich verbreitet werden und jemandem schaden können. Diese neuen Gefahren erfordern neue Kontrollen, etwa an Flughäfen: Terroristen, Drogen, Viren, Waffen und vieles mehr muss erkannt und an der Verbreitung gehindert werden.

Und leider ist die Möglichkeit mobil zu sein denen vorbehalten, die es sich leisten können. Diese Mobilität bietet einen Vorteil für privilegierte Menschen, wie zum Beispiel bei Hurrikan Matthew, der die USA erreichte: viele Menschen, die die Möglichkeit hatten, flohen ins Landesinnere. Laut der Autoren ist für „successful networking“ ein Auto, Geld für Transportmittel, Zugang zu Transportmitteln, mobiler Internetzugang, Zeit und Unterstützung, falls einer der Punkte nicht erfüllt ist, notwendig. Je mehr dieser Voraussetzungen in einer Gemeinschaft vorhanden sind, desto größer ist der Zwang einen Zugang dazu zu haben, um in die Gesellschaft integriert zu sein. Auch weniger Privilegierte nehmen an dem Austausch teil, teilweise durch illegale Aktivitäten an dafür bekannten Orten (ebd., p.213).

Die Autoren sprechen an, dass die Menschen sich weniger bewegen je mobiler sie sein könnten (ebd., p.221). Über dieses Paradoxon habe ich noch nie nachgedacht, aber es ist tatsächlich so, dass es nie leichter war sich vor sportlicher Betätigung zu drücken und trotzdem ans Ziel zu kommen, indem man zum Beispiel die Bahn statt des Fahrrads nimmt, was sich zunehmend zu einem gesundheitlichen Problem entwickelt. Und sie nennen einen weiteren Punkt, dem ich ganz zustimme: die Reise zum Ziel ist keine verlorene Zeit, denn auch dabei hat man je nach Verkehrsmittel verschiedene Vorteile: man kann auch da schon Menschen kennen lernen, Gespräche führen, arbeiten oder schöne Aussichten haben.

Man könnte sich fragen, ob ein Text, der mehr als 10 Jahre alt ist und sich mit einem Thema wie Mobilität und Technik befasst, nicht veraltet ist, doch das trifft auf diesen meiner Meinung nach nicht zu. Für uns ist das alles zwar längst nicht mehr neu, doch es werden keine konkreten Beispiele genannt und dass die Technik immer intelligenter und Transportmöglichkeiten immer besser werden, ist auch heute noch aktuell.

Quelle: Sheller, M & Urry, J. 2006: The new mobilities paradigm. In: Environment and Planning, volume 38, pp. 207-226

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