Die Rezension von Sophie A. Moderegger in der JuLit hebt Bilderbuchperipherien als eine forschungstheoretisch innovative und empirisch sorgfältig angelegte Studie hervor. Besonders betont wird, dass Ben Dammers mit seinem Fokus auf die Peripherie des Bilderbuchs – etwa Vorsatz, Vordeckel, Lesebändchen oder Strichcode – einen bislang wenig beachteten Bereich der Bilderbuchrezeptionsforschung in den Blick nimmt. Die Besprechung unterstreicht, dass die Studie durch die Verbindung von Materialitäts- und Räumlichkeitsperspektiven neue theoretische Zugänge eröffnet und zugleich zeigt, wie stark periphere Elemente an der Konstruktion von Geschichten beteiligt sein können.
Hervorgehoben wird außerdem die methodisch anspruchsvolle Anlage der explorativen Blickbewegungsstudie: Bei 48 Grundschüler:innen wurden mithilfe von Eye-Tracking-Brillen insgesamt 135 Blickbewegungsvideos erhoben und durch Interviews sowie Rezeptionsgespräche ergänzt. Moderegger betont, dass die Ergebnisse anschaulich durch Bilder, Diagramme und Tabellen aufbereitet werden und wichtige Einsichten in kindliche Betrachtungsmuster liefern. Die Rezension macht deutlich, dass Kinder Bilderbücher häufig nur flüchtig betrachten und der Peripherie im Vergleich zum Mittelteil weniger Aufmerksamkeit schenken. Gerade daraus ergibt sich eine hohe didaktische Relevanz: Pädagog:innen werden dafür sensibilisiert, dass für das Verstehen einer Geschichte zentrale Buchbestandteile nicht automatisch wahrgenommen werden. Zugleich verweist die Rezension auf die Bedeutung einer sorgfältigen Bilderbuchauswahl, insbesondere bei Büchern mit hoher Bildkomplexität und Alteritätspotenzial.
Die komplette Rezension findet ihr in der jüngsten Ausgabe der JuLit.
Ben Dammers

