Vom 25. – 27. Juni fand in Barcelona eine Konferenz der Verbände ARLE und IFTE unter dem Titel „The Unbounded Journey: The Teaching of First Language, Literacy, and Literature in a Dynamic World. Celebrating 130 Years of L.S. Vygotsky (1896-2026)“ statt. AG-Mitglied Hannah Tenhaef war mit einem Vortrag vertreten: „Unbounding Literature: Sociocultural and Activity Theories as Frameworks for Inclusive Literature Teaching“.
Ausgehend von einer kulturhistorischen Perspektive zeigte der Beitrag, wie inklusiver Literaturunterricht im Zusammenspiel von Lernenden und literarischem Gegenstand in gemeinsamer Tätigkeit (im Sinne Leontjews) gestaltet werden kann. Am Beispiel des textlosen Bilderbuchs Alula wurde deutlich, dass sowohl etablierte Vorstellungen über die Lernenden als auch über den literarischen Gegenstand kritisch hinterfragt werden müssen. Dadurch entstehen offene Erfahrungsräume, in denen Schüler*innen mit unterschiedlichen Voraussetzungen Literatur als gemeinsame und bedeutsame kulturelle Praxis erleben können. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Vereinfachung von Literatur, sondern ihre Öffnung für alle Lernenden, sodass ästhetische Reichhaltigkeit als Ressource für gemeinsames literarisches Lernen genutzt wird.
Hannah Tenhaef

