Am 29. April war AG-Mitglied Marc Kudlowski im literaturdidaktischen Kolloquium der Universität Wuppertal zu Gast. Dort sprach er über die Potenziale des Medienwechsels zur Förderung der Lesekompetenz am Beispiel von IM-PALS.
Im Mittelpunkt des Vortrags standen Einblicke in das der Studie zugrundeliegende Mixed-Methods-Vertiefungsdesign. Mittels dieses Ansatzes konnten Manipulationen des Gegenstandsangebots sowie Entwicklungen der Leseflüssigkeit und der Lesemotivation eines geförderten Schülers in ihrem Zusammenhang rekonstruiert werden.
Konkret wurde die Umsetzung des Joint-Displays-Verfahrens anhand einer Synopse aus Leseflüssigkeitsverlaufsgraphen und kategorial ausgewerteten Vignettenlektüren vorgestellt und diskutiert. Die Synopse integriert quantitative und qualitative Ergebnisse und ermöglicht dadurch vertiefte Analysen.
Die Teilnehmenden sahen in solchen Mixed-Methods-Ansätzen erhebliches Potenzial, um komplexe Rezeptionsprozesse und deren Entwicklung nachvollziehbar zu machen – nicht nur im Bereich der Leseforschung. In der Diskussion ging es zudem um das Verhältnis hypothesenprüfender und hypothesengenerierender Forschung in der Lesedidaktik. Gerade letztere sei durch zuletzt flächendeckend eingeführte Leseförderprogramme wie das „Leseband“ etwas in Vergessenheit geraten, obwohl beide Forschungszugänge gleichermaßen notwendig seien – darin waren sich alle einig.
Wer neugierig geworden ist und mehr über IM-PALS als Beispiel hypothesengenerierender Forschung erfahren möchte, findet weitere Informationen in der bereits erschienenen Monografie von Marc Kudlowski: Intermediales Partnerlesen (IM-PALS) – Leseförderung mit Medienverbund. Die Publikation ist auch für Nicht-Universitätsangehörige kostenfrei zugänglich:

