Nächstes Planungstreffen!

Treffen gegen Kürzungen
Dienstag, 14.04., 16 Uhr
Physik-Hauptgebäude, 
Seminarraum I. Physik (https://maps.uni-koeln.de/?building=321_BT5)

Es geht weiter im Kampf gegen die Kürzungen allgemein und dem Kampf um Studiwerke. Auch geht es u.a. um die Planung zu einer Podiumsdiskussion um den Wiederaufbau der disability studies in Köln zu diskutieren und zu stärken.

Außerdem erscheint die 3. Auflage der Anti-Kürzungszeitung und ist auch in den Erstibeutel der Uni Köln zu holen!

Kampf gegen Kürzungen geht in nächste Runde -> Treffen Mittwoch um 16 Uhr

Treffen gegen Kürzungen
Mittwoch, 14.1., 16 Uhr
Physik-Hauptgebäude, Seminarraum I. Physik
(https://maps.uni-koeln.de/?building=321_BT5)

 

Hallo zusammen,

unser Kampf gegen die Unikürzungen ist im Dezember zu einer Zwischenetappe gekommen: Der Landtag hat den Haushalt für 2026 beschlossen – mit erheblich weniger Kürzungen als ursprünglich geplant.

Das zeigt einerseits, dass unser Protest wirkt, andererseits ist klar, dass er weitergehen muss:

  • Nach den Landeskürzungen ist vor der nächsten Haushaltsrunde
  • Ein erheblicher Teil der Kürzungen kommt nicht durch den Landeshaushalt, sondern durch die Exzellenzausrichtung
  • Die Landesregierung plant weitere Kürzungen bei den Studierendenwerken. Zu deren Durchsetzung sollen diese ökonomisiert und die Mitspracherechte für Mitarbeitende und Studierende reduziert
  • Wir brauchen nicht nur keine Kürzungen, sondern im Gegenteil Bildungsexpansion und BAföG für alle
  • Wofür lernen und forschen wir?
    Die Ausrichtung der Wissenschaft und Zivilklauseln sind mehr denn je umkämpft, was nicht zuletzt die Pläne, die Disability Studies zu streichen, zeigen.
Wir wollen Zwischenbilanz ziehen und gemeinsam überlegen, wie wir nachlegen.
Dazu laden wir auch alle ein, die bisher noch nicht dabei waren:
Wann: Mi., 14.1.26 – 16 Uhr
Wo: Physik-Hauptgebäude, Seminarraum I. Physik (https://maps.uni-koeln.de/?building=321_BT5)

Mi., 10.12., 10 Uhr im Philo: Protest gegen Kürzungen!

Flyer als pdf 

Pressemitteilung zur Einladung zur Protestveranstaltung
Pressemitteilung zur Auswertung der Protestveranstaltung

Am Mi., 10.12.25 findet an der UzK in der Aula 1 und 2 eine Infoveranstaltung des Rektorats statt. Die Beschäftigten sollen darüber in Kenntnis gesetzt werden, was die Ergebnisse der Gremienarbeit zu der Verteilung der Kürzungen sind. Im Vorfeld haben die Leitungen der großen Hochschulen in NRW mit der Landesregierung eine Absprache getroffen, über eine unproportionale Aufteilung der Kürzungen zwischen allen Hochschulen.

Es ist falsch, Kürzungen hinzunehmen ohne alle Möglichkeiten des Protests auszuschöpfen. Deshalb rufen wir für Mi., 10.12.25 um 10 Uhr zu einer  Gegenveranstaltung auf! Wir treffen uns im Foyer des Philosophikums, um dort unseren Protest kundzugeben. Es wird Kaffee und gute Redebeiträge geben, kommt vorbei.

Stellungnahme der Philosophischen Fakultät und der Fachschaftenkonferenz der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln gegen die geplanten Kürzungen im Hochschulbereich

(beschlossen von der Engeren Fakultät am 29.10.2025 und von der Fachschaftenkoferenz)

Die NRW-Landesregierung hat gravierende Kürzungen im Umfang von 150 Millionen Euro im Hochschulbereich angekündigt. Schon in der Vergangenheit hat die Grundfinanzierung der Hochschulen zur Erfüllung ihrer Aufgaben in Wissenschaft und Gesellschaft nicht ausgereicht. Die Philosophische Fakultät der Universität zu Köln lehnt diese Kürzungen entschieden und nachdrücklich ab.

Die geplanten Kürzungen würden zu einem erheblichen Personalabbau an unserer Fakultät führen, mit tiefgreifenden Auswirkungen auf Lehre, Forschung und die Studienbedingungen. Konkret drohen der Philosophischen Fakultät der Wegfall von ca. 600 Studienplätzen, 12 Professuren und doppelt so vielen wissenschaftlichen Mitarbeiter*innenstellen sowie weiteren Stellen im administrativ-technischen Bereich. Die damit verbundenen fachlichen Kompetenzen und die Studienplätze gingen der Universität dauerhaft verloren.

Die Universität zu Köln bekennt sich in ihrer Grundordnung zu Demokratie, Nachhaltigkeit, Frieden und lebenslangem Lernen. Um den gravierenden Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, bedarf es differenzierten Denkens, historischer Einordnung, ethischer Reflexion, sprachlicher Präzision, kultureller Übersetzung und wissenschaftlicher Aufklärung – Kompetenzen, die insbesondere die Geistes- und Kulturwissenschaften vermitteln. Gerade in der aktuellen Zeit braucht es mehr – nicht weniger – geisteswissenschaftliche Bildung, Forschung und kritische Intervention.

Die Philosophische Fakultät trägt entscheidend zur Ausbildung zukünftiger Lehrer*innen, zur kritischen Medienbildung, zur Erforschung kultureller Transformationen, zur Analyse globaler Zusammenhänge und zum differenzierten und kritischen Umgang mit Digitalisierung und KI bei. Angesichts der Gefährdung der Demokratie, des erstarkenden Rechtsextremismus, der zunehmenden sozialen Ungleichheit und der Bedrohungen durch Kriege sind unsere Forschung und Lehre unabdingbar.

Unsere Disziplinen und Fachgebiete reichen von Sprach- und Literaturwissenschaften über Geschichte, Philosophie, Theologie, Kunst, Musik und Medien bis hin zu Archäologie, Global South Studies, Mensch-Umwelt-Beziehungen und Klimawandel-Folgenforschung. Mit ihren vielfältigen internationalen Beziehungen zu anderen europäischen Staaten sowie nach Asien, Afrika, dem Nahen Osten, Nord- und Lateinamerika erweitert die Philosophische Fakultät den Horizont universitärer Bildung. Sie fördert die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Wissenssystemen, trägt zu interkultureller Verständigung bei und stärkt die akademische Zusammenarbeit über gesellschaftliche, kulturelle und geopolitische Grenzen hinweg – und schafft damit eine Grundlage für eine friedlichere und gerechtere Welt.

Ein Stellenabbau würde die Fähigkeit der Philosophischen Fakultät erheblich beeinträchtigen, zukunftsrelevante Erkenntnisse zu zentralen Gegenwartsfragen zu entwickeln und an die Gesellschaft weiterzugeben.

Die Philosophische Fakultät fordert daher die NRW-Landesregierung auf:

  • Verzicht auf Kürzungen im Hochschulbereich.
  • Eine ausreichende und verlässliche Grundfinanzierung der Hochschulen.
  • Eine offene und dringende Debatte über die Zukunft des Wissenschaftsstandorts NRW.

Kürzungen an Bildung und Wissenschaft sind Kürzungen an unserer gemeinsamen Zukunft. Wir sehen darin eine tiefgreifende Bedrohung für wissenschaftliche Innovation, soziale Teilhabe und Demokratie.

Der Beschluss findet sich auch hier auf der Homepage der Philosophischen Fakultät: https://phil-fak.uni-koeln.de/aktuelles/mitteilungen/stellungnahme-der-philosophischen-fakultaet

Dieser Blog wird neu belebt!

Dieser Blog ist entstanden in der Auseinandersetzung gegen die Uni-Kürzungen 2018/2019.

Wir haben damals erfolgreich erstritten, dass nicht nur keine Studiengebühren gegen Internationals eingeführt wurden und dass das Land einen Teil der durch die erste Runde der Exzellenzinitiative gerissenen Lücken ausgeglichen hat. Vielmehr war ein wichtiges Ergebnis dieser Kämpfe, dass mit den sog. ZUSL-Mitteln eine historische Erhöhung der Grundmitteln der Hochschulen kam.

Nun stehen neue Kürzungen in der Diskussion. Abermals ist ein wichtiger Grund die Exzellenz- und Drittmittelausrichtung. Dieses Mal kommt hinzu, dass die Landesregierung angesichts des vor allem durch die Aufrüstung hervorgerufenen Geldmangels erhebliche Einschnitte in den Grundmitteln der Hochschulen und Studierendenwerke plant.

Dagegen hat sich ein neues Bündnis „Köln gegen Kürzungen“ gegründet, und wir haben bewusst entschieden diese Webseite neu zu beleben, um eine Kontinuität der Kämpfe herzustellen, von damals zu lernen und weiterzudenken.

Im Laufe der nächsten Zeit werden wir deshalb diese Webseite schrittweise aktualisieren, ohne die alten Inhalte zu verstecken.

Beteiligt euch an den Auseinandersetzungen!

„Wir betteln nicht, wir kämpfen!“

Studierendenparlament stellt sich gegen Pläne zur Senkung der Studierendenzahl

Das Studierendenparlament der Uni Köln hat sich gegen die Pläne der Universitätsleitung gestellt, die Studierendenzahl um 10% zu senken. Die Verfasste Studierendenschaft fordert stattdessen: Die zusätzlichen öffentlichen Gelder des Zukunftspakt Studium und Lehre müssen für die Verbesserung der Beschäftigungsverhältnisse und für die soziale Öffnung der Hochschule genutzt werden! Die Fakultäten sollen die Möglichkeit haben, die Kürzungen der letzten Jahre zurückzunehmen.

Hier findet ihr den Beschluss: http://www.stupa.uni-koeln.de/download/beschl%C3%BCsse/beschluesse_2020_65._studierendenparlament/2020.06.10_5._sitzung/2020_06_10_Beschluss-Intransparente-und-unsoziale-Plaene-aus-der-Uni-Leitung-stoppen.pdf

Kundgebung am Samstag, 6.6., 13 Uhr auf dem Hans-Böckler-Platz / Bafög für alle statt Kredit / intransparente Pläne der Uni-Leitung stoppen

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

wir rufen zur Beteiligung an der Demonstration „Rote Karte für die Bildungspolitik“ auf, initiiert von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Samstag, den 6. Juni, um 13 Uhr auf dem Hans-Böckler-Platz. Ihr findet uns beim Transparent gegen Kürzungen und für kritische und produktive Wissenschaft! Den Aufruf und weitere Infos zur Kundgebung findet ihr hier: https://koeln.gew-nrw.de/wir-in-koeln/veranstaltungen/detail-veranstaltung/news/bildungsalarm-standkundgebung-am-6-juni-2020.html

Wir rufen zur Beteiligung an der Kundgebung auf, weil die Weigerung der Bildungsministerin Karlizeck, mindestens während der Corona-Krise das Bafög auszuweiten, viele Studierende in die Verschuldung zwingt. 80% der Studierenden müssen nebenbei arbeiten, etliche haben bis auf weiteres ihren Job verloren und überlegen schon jetzt, ob sie ihr Studium fortsetzen können. Das Kreditmodell der Bildungsministerin löst dieses Problem nicht, sondern treibt Studierende in die Verschuldung.

Wir rufen zudem dazu auf, für eine transparente und gerechte Vergabe der neuen finanziellen Mittel aus dem Zukunftsvertrag Studium und Lehre einzutreten. Wir wollen uns deutlich gegen die Überlegungen der Universitätsleitung, die Zahl der Studienplätze trotz Mittelzuwachs langfristig zu reduzieren, stellen. Ebenso sprechen wir uns gegen die Vorgaben an die Fakultäten aus, die erzwungenen Sparmaßnahmen der letzten Jahre aufrecht zu erhalten. Die neuen Mittel sind explizit zur Verbesserung der Lehre gedacht. Gute Lehre braucht auch Kontinuität, deshalb sprechen wir uns dagegen aus, dass von den neuen Mittel höchsten 50% für Festanstellungen genutzt werden dürfen (eine Mindestanzahl gibt es nicht).

Wir demonstrieren für die soziale Öffnung der Hochschule für Alle, die Verbesserung der sozialen Lage von Studierenden sowie von Kolleginnen und Kollegen in Verwaltung, Lehre und Forschung und die ausreichende öffentliche Finanzierung des Bildungssystems und fordern:

– Mindestens während die Corona-Pandemie andauert, müssen alle Studierenden in den Genuss eines Bafög-Vollzuschusses kommen, damit alle ihr Studium fortsetzen können ohne in eine finanzielle Notsituation zu geraten.

– Die Beschäftigungsverhältnisse in Wissenschaft, Technik und Verwaltung müssen substantiell verbessert werden. Hier gilt es vor allem Dauerstellen für Daueraufgaben zu schaffen, die den Beschäftigten der Universität Sicherheit und Planungsfreiheit geben, um damit ebenso das körperliche, geistige und soziale Wohlergehen der Hochschulmitglieder zu fördern.

– Um den Zugang zu wissenschaftlicher Bildung weiter sozial zu öffnen, soll die Zahl der Studienplätze insgesamt und auch an der Universität ausgebaut werden.

– Die öffentliche Finanzierung der Hochschulen muss dafür verbessert werden.

– Die unter dem Sachzwang begrenzter Mittel durchgesetzten Kürzungen von Stellen und Fachbereichen sollen rückgängig gemacht werden. Die Vergabe der neuen Mittel aus dem Zukunftsvertrag Studium und Lehre muss transparent und demokratisch unter Einbeziehung aller Hochschulmitglieder erfolgen.

Kommt zur Demonstration am Samstag!

50 Millionen Euro mehr für die Lehre – jetzt eingreifen für eine erfreuliche Uni

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, Kolleginnen und Kollegen, liebe Studis,

das Bündnis gegen Kürzungen trifft sich weiter – per Zoom-Konferenz, so wie fast der komplette Uni-Betrieb aktuell nur noch online stattfindet. Ein Notbehelf, der keine Dauerlösung sein kann. Eine kritische und lebendige Zivilgesellschaft ist die Grundlage der Demokratie, die Universität als Ort der gesellschaftlichen Debatte und der Reflexion wird gerade jetzt gebraucht! Den Termin für unser nächstes Treffen findet ihr zeitnah hier auf der Homepage

Aktuell werden zentrale Entscheidungen für die weitere Entwicklung der Hochschule diskutiert: Es wird darüber beraten, wie die erheblichen zusätzlichen Gelder des Zukunftsvertrags Studium und Lehre verteilt werden sollen. Ab dem kommenden Jahr wird der Haushalt der Universität voraussichtlich durch zusätzliche Mittel aus dem „Zukunftspakt Studium und Lehre fördern“ sukzessive um 50 bis 60 Millionen Euro steigen. Damit wird das Defizit an der Universität von 17 Millionen Euro deutlich überkompensiert. Positiv ist zudem, dass diese Mittel für die Lehre und die soziale Öffnung der Hochschule gedacht sind, eine Kernaufgabe der Hochschule, die seit Jahren zu kurz kommt.

Damit diese Mittel im Sinne aller Hochschulmitglieder genutzt werden, braucht es eine breite Debatte in der gesamten Universität! Wir regen an, dass sich Fachschaften, die Versammlungen der Wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen sowie der Mitarbeiter*innen in Technik und Verwaltung, die Institute und Fächergruppen und alle anderen in diese Debatte einmischen und Vorschläge unterbreiten. Im Zuge der Auseinandersetzung gegen die drohenden Kürzungen sowie durch die Proteste der „Students for Future“ sind in den letzten Semestern bereits einige Stellungnahmen für den Erhalt und Ausbau von gesellschaftlich relevanten Bereichen verfasst worden, ihr findet sie hier: https://blog.uni-koeln.de/keinekuerzungen/stellungnahmen/

Als Bündnis gegen Kürzungen fordern wir außerdem:

– Die unter dem vermeintlichen „Sachzwang“ knapper öffentlicher Mittel in den letzten Jahren vollzogenen Kürzungen müssen soweit wie möglich zurückgenommen werden.

– Lernen, Lehren, Forschen und überhaupt die Entwicklung guter Ideen braucht Kooperation, nicht Konkurrenz und Prekarität: Die Gelder aus dem Zukunftsvertrag müssen wesentlich für feste Stellen und zur Verstetigung bisher befristeter Verträge ausgegeben werden.

– Die neuen finanziellen Mittel müssen in einem transparenten und demokratischen Verfahren eingesetzt werden. Es muss genug Zeit für eine öffentliche Debatte unter Einbeziehung aller Mitgliedergruppen geben.

Ob der Gesundheitssektor oder die Hochschulen: Konkurrenz- und Kostendruck behindern notwendige Kooperation, die öffentlichen Daseinsvorsorge muss auskömmlich finanziert werden. Es ist dringend erforderlich, dass die Lösung der gesellschaftlichen Zukunftsfragen in den Mittelpunkt von Studium, Lehre und Forschung gerückt werden, wie die Überwindung von Fluchtursachen und enormer sozialer Ungleichheit, die Bekämpfung des Klimawandels und der Stärkung von Gesundheit, Menschenrechten, Frieden und Völkerverständigung.

Bleibt gesund und munter! Und mischt euch in die Debatte ein, damit die Gelder sinnvoll und im Sinne aller Hochschulmitglieder vergeben werden!

Statt Studiengebühren: Grundfinanzierung der Hochschulen wird ausgebaut! Die Kürzungen können abgewendet werden – Hochschulsenat will dafür aber nicht Stellung beziehen

Für den Erhalt aller Stellen und den Ausbau der Grundfinanzierung haben am Tag der Sitzung des Hochschulsenats am Mittwoch circa 100 Studis und Kolleginnen und Kollegen demonstriert – nicht alle konnten zur überfüllten Senatssitzung. Dem Senat der Uni sind über 5000 Unterschriften übergeben worden. Hier findet ihr die Begründung unserer Forderungen auf der Senatssitzung.

Am Tag zuvor hat eine Vollversammlung mit einer Beteiligung von 1600 Studierenden sich mit den Forderungen der Fridays for Future Bewegung solidarisiert, den Klimanotstand ausgerufen und sich zudem dafür ausgesprochen, „dass die Grundfinanzierung der staatlichen Bildungseinrichtungen vollständig durch den landespolitischen Bildungsetat gedeckt wird, um die finanzielle Abhängigkeit der Hochschulen von Drittmitteln auszuschließen.“

Wesentliche Forderungen könnten jetzt erfüllt werden: Laut öffentliche Aussagen des Rektorats wird das Defizit der Universität durch neue Mittel „überkompensiert“. Der neue „Hochschulpakt“ wird erheblich höher ausfallen als bisher angenommen. Zudem hat die Wissenschaftsministerin der schwarz-gelben Landesregierung in NRW, Pfeiffer-Pönsgen, nach Protesten gegen die geplante Einführung von Studiengebühren für Nicht-EU -Studis und der jetzigen Initiative für einen Ausbau der Grundfinanzierung die Pläne zur Einführung von Studiengebühren für Nicht-EU-Studis zurückgenommen. Damit einhergehend hat auch das Land NRW einen Ausbau der öffentlichen Hochschulfinanzierung angekündigt. Der Senat der Uni Köln war vor Jahren der erste, der die Gebührenpläne der Landesregierung prinzipiell in einer Stellungnahme abgelehnt hat, denn „Nur eine solche vorbehaltlose Weltoffenheit entspricht dem Selbstverständnis der Universität zu Köln. Gerade in Zeiten des Wiedererstarkens nationaler Egoismen und autoritärer Entwicklungen fühlt sich die Universität umso mehr verpflichtet, ihrer Aufgabe gerecht zu werden, offenes Diskussionsforum und plurale Wirkungsstätte für Studierende aus aller Welt zu sein.“

Durch den deutlichen Zuwachs an öffentlichen Geldern könnte diese Aufgabe jetzt unter verbesserten Bedingungen angegangen werden: Die Arbeitsbedingungen könnten verbessert werden. Sämtliche gefährdeten Stellen könnten erhalten werden und damit Grundlagen gelegt werden für eine kooperative und erfreuliche Entwicklung von Studium, Lehre und Forschung. Das würde auch den Erhalt gesellschaftlich hoch relevanter aber möglicherweise nicht „angesagter“ Fachbereiche und Studiengänge bedeuten. Im Bericht des Stadtanzeigers über die Senatssitzung lässt sich erahnen, welche fatalen Konsequenzen die Kürzungen für die Universität haben würden, wenn die Beschlüsse der letzten Monate umgesetzt werden:

Zunächst war bekannt geworden, dass die Abteilung für osteuropäische Geschichte geschlossen werden soll und die einzige Juniorprofessur für Türkeistudien auf der Kippe steht. Nun bestätigte die Uni, dass an der Wiso-Fakultät darüber hinaus jede vierte Dozenten-Stelle wegfallen soll und es im Bereich der Juristen einen Sparplan im Bereich Internationales gibt. Darüber hinaus sollen neun Professuren, unter anderem in den Bereichen Klassische Philologie, Ethnologie und praktische Philosophie gestrichen und Einsparungen im Bereich Frühkindliche Bildung und Erziehung sowie Interkulturelle Bildung und Kommunikation erzielt werden. Auch in der Verwaltung sollen 57 Stellen wegfallen.“

Dennoch hat sich der Hochschulsenat unserer Forderung nach einer Rücknahme der Kürzungen und damit auch der Petition nach über zwei Stunden lebendiger Debatte mehrheitlich nicht angeschlossen und damit unnötigerweise die Streichung weiterer Stellen offengehalten. Die Debatte, ob die Kürzungen verhindert werden, ist nun in erster Linie in die einzelnen Fakultäten verlagert worden.

Wir fordern daher als Bündnis gegen Kürzungen:

– Der Abbau von Stellen muss sofort gestoppt werden und durch bereits vollzogene Kürzungen angerichtete Schäden müssen soweit wie möglich geheilt werden.

– Die neuen finanziellen Mittel sind vorgesehen, um das Studium zu verbessern und Studienplätze zu finanzieren. Sie müssen in einem transparenten und demokratischen Verfahren eingesetzt werden, um die soziale Öffnung der Hochschule zu fördern!

–  die Finanzierung der Hochschule insgesamt weiter verbessert und prekäre Beschäftigung überwunden werden, damit alle konstruktiv für die Lösung der drängenden Menschheitsfragen zusammenwirken können – der Überwindung von Fluchtursachen und enormer sozialer Ungleichheit, der Bekämpfung des Klimawandels und der Stärkung von Frieden und Völkerverständigung.

Wir laden alle ein, zu unserem nächsten Treffen zu kommen. Die neuen Möglichkeiten sollten einer Verbesserung von Studium, Lehre, Forschung und Lebensqualität zugute kommen – einer solidarischen Universität und Gesellschaft.