Japanisch lernen als Abenteuer

Das Lehramtsstudium ist eng mit der Praxis verbunden. Gelegenheiten, sich im Unterrichten auszuprobieren, sind daher sehr wichtig. Das sogenannte „Sprachabenteuer“ bietet Lehramtsstudierenden eine solche Gelegenheit, wovon im Folgenden zwei studentische Teilnehmerinnen berichten:

Das Sprachabenteuer
Das Georg-Büchner-Gymasium in Weiden ermöglicht es seinen SchülerInnen, sich bereits in der Sekundarstufe I auf eine bestimmte Richtung ihres weiteren Bildungswegs festzulegen. Sprachen sind dabei ein möglicher Schwerpunkt. Die SchülerInnen des Sprachenprofils können bis zu vier Fremdsprachen wählen. Darüber hinaus gehören auch die sogenannten „Sprachabenteuer“, die den SchülerInnen der Klassen 5, 7 und 9 regemäßig die Möglichkeit bieten, bisher unbekannte Fremdsprachen bzw. die Anwendung der deutschen Sprache aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Japanisch passt da sehr gut ins Programm.

Zwei Stunden Japanisch
Im Rahmen unseres B.A. Studiums Lehramt Japanisch war es unsere Aufgabe, ein solches Sprachabenteuer für eine neunte Klasse vorzubereiten. Ziel war es, im Rahmen von zwei Schulstunden mit möglichst viel Spaß ein erstes „Gefühl“ für die Sprache zu vermitteln und den Horizont der SchülerInnen ein wenig zu erweitern. Um diesen Vorgaben gerecht zu werden, machten wir uns einige Gedanken zur Gestaltung. Am Ende dieser Überlegungen stand als Ergebnis ein recht umfangreiches und – wie wir fanden – auch anspruchsvolles Programm, das die Bereiche Schrift, Sprechen, Schreiben und Landeskunde gleichermaßen abdeckte. Wichtig erschien uns an allen Stellen ebenso der Lebensbezug und die Alltagstauglichkeit als auch die direkte Anleitung zur Anwendung des Erlernten.

Schriftzeichen und Symbole
Einleitend brachten wir den SchülerInnen durch Nachsprechen und gegenseitiges Ausprobieren bei, sich auf Japanisch vorzustellen. Anschließend lernten die SchülerInnen die im Japanischen verwendeten Schriften kennen. Sie sollten eine Handvoll einfacher Kanji-Piktograme passenden Fotos zuordnen und daraus die Bedeutungen ableiten. Im Anschluss erhielten sie nach einer detaillierten Erläuterung die Möglichkeit, ihren Namen in Katakana zu schreiben. Um deutlich zu machen, dass Japanisch nicht in jeder Hinsicht eine schwierige Sprache ist, ließen wir sie auf Basis eines Vergleiches der wichtigsten grammatischen Unterschiede selbst darauf schließen, dass das Japanische weder Plural, noch Genus, noch Geschlecht kennt. Abschliessend erhielten sie die Möglichkeit, die Bedeutung einiger japanischer Sprichwörter zu diskutieren.

Die SchülerInnen waren nicht nur ausgesprochen nett und aufmerksam, sondern setzten auch sehr schnell unsere Anforderungen um. Dies war sicher nicht nur der guten Vorbereitung, sondern auch ihrer hohen Leistungsfähigkeit zu verdanken.

Das erste Mal selbst unterrichten
„Im Vorfeld habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, wie sich die SchülerInnen wohl im Unterricht verhalten würden und war etwas nervös. Dies war aber völlig unbegründet! In der Unterrichtsstunde waren die SchülerInnen aufmerksam und haben interessiert mitgearbeitet. Mir persönlich haben die Gruppenarbeitsphasen am besten gefallen, da ich dort besonders gemerkt habe, dass alle sehr motiviert und neugierig waren. In der Gruppe gab es viel positive Resonanz und die SchülerInnen hatten sichtlich Spaß. Da ich im Rahmen des Sprachabenteuers zum ersten Mal die Gelegenheit hatte, Japanisch einer Schulklasse näher zu bringen, war dies eine Erfahrung für mich, die mir in Erinnerung bleiben wird.“ (Sarah Berg)

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