Leitung: Prof. Dr. Anne Waldschmidt, Universität zu Köln
Die Internationale Forschungsstelle Disability Studies thematisiert die soziale Kategorie „Behinderung“ aus Sicht der Sozial- und Kulturwissenschaften. Verfolgt wird ein interdisziplinärer Ansatz, bei dem Phänomene „verkörperter Differenz“ auf der Basis des „social model of disability“, unter Verwendung partizipations- und akteursorientierter Ansätze und mit Hilfe kulturwissenschaftlicher Theorien und Methoden erforscht werden.
- Disability Studies untersuchen Behinderung als historische, soziale und kulturelle Konstruktion.
- Behinderung wird begriffen als kontingente Grenzziehung in Kulturen; sie wird zum Ausgangspunkt von symbolischen Bedeutungen und Machtverhältnissen, die Alltagswelt und Lebenschancen bestimmen.
- Phänomene verkörperter Differenz werden auf der Basis sozialer und kultureller Modelle von Behinderung und mit Hilfe partizipationsorientierter Methoden erforscht.
- Zielsetzung sind die soziale Teilhabe, Emanzipation und Gleichstellung behinderter Menschen.
Neu gegründet!
Zusätzlich zur iDiS gibt es künftig ein neues Netzwerk : CIDIS – die Kölner Plattform für Internationale und Interdisziplinäre Disability Studies
Cologne Cluster for International and Interdisciplinary Disability Studies
iDiS – die Internationale Forschungsstelle Disability Studies der Universität zu Köln stellt sich zwanzig Jahre nach ihrer Gründung (2004) neu auf. Als weitere Aktivität koordiniert sie eine neue Plattform für die interdisziplinären und internationalen Disability Studies an den Kölner Hochschulen.
CIDIS setzt sich ein für den Erhalt der Universitätsprofessur für Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Diese Professur ist die erste und bislang einzige im deutschsprachigen Raum mit internationaler Strahlkraft, exzellenter wissenschaftlicher Reputation, breiter interdisziplinärer Vernetzung und qualitativ hochwertiger Lehre und Forschung.
CIDIS unterstützt die Arbeit von iDiS, indem das Cluster das breite und vielfältige Spektrum der Disability Studies als Forschungsfeld sichtbar macht.
CIDIS bringt die verschiedenen Arbeitsbereiche ins Gespräch, die im Anschluss an die Disability Studies aus unterschiedlichen Blickwinkeln lehren und forschen, und es dient der Vernetzung verschiedener Professuren, Fächer, Fakultäten und Hochschulen.
Gestärkt wird so die Zusammenarbeit zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften, Kultur-, Human- und Verhaltenswissenschaften sowie der grundlagentheoretischen und anwendungsorientierten Forschung.
Zudem trägt CIDIS dazu bei, Köln als Standort für innovative und zukunftsorientierte Wissenschaft auszuweisen.
Das neue CIDIS stellt diese Prinzipien in den Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit:
- Internationalität & Interkulturalität
- Interdisziplinarität & Transdisziplinarität
- Intersektionalität & Diversität
- Inklusion, Partizipation & Emanzipation
- Innovation, Wissenstransfer & Third Mission
Das Arbeitsprogramm der Kölner Disability Studies in Stichworten:
- Erforschung von Behinderung | Disability als gesellschaftliche Differenz- und Ungleichheitskategorie
- Erforschung von Behinderung | Disability als historische Konstruktion der Differenz und Ungleichheit aus Sicht der Disability History
- Erforschung von Behinderung | Disability als kulturelle Konstruktion und kulturwissenschaftlicher Untersuchungsgegenstand
- Erforschung der Lebenssituation behinderter Menschen mithilfe partizipativer und emanzipatorischer Ansätze
- Erforschung von Diskursen, Politiken und Praktiken im Kontext von Partizipation, Inklusion, Selbstbestimmung, Gleichstellung und in Bezug auf die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen
CIDIS – Cologne Cluster for International and Interdisciplinary Disability Studies steht grundsätzlich allen Interessierten offen, die sich an den Kölner Hochschulen in den Disability Studies verorten. Mitglieder des Netzwerks sind derzeit:
- Prof. Alejandro Bachmann, Filmtheorie und Filmgeschichte, Kunsthochschule für Medien Köln
- Prof. Dr. Sebastian Barsch, Philosophische Fakultät, Historisches Institut, Abteilung für Didaktik der Geschichte und Public History, Universität zu Köln
- Dr. Nina Eckhoff-Heindl, Philosophische Fakultät, Institut für Medienkultur und Theater, Universität zu Köln
- Dr. Daniela Frickel, Philosophische Fakultät, Institut für deutsche Sprache und Literatur II, Universität zu Köln
- Dr. Sarah Karim, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation, Arbeitsbereich Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies, Universität zu Köln
- Frieder Kurbjeweit, M.A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Menschenrechte, Abteilung Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention, Berlin
- Dr. Curie L. Lee, Prorektorat für Lehre und Studium, Referentin Lehrer*innenbildung der Zukunft, Universität zu Köln
- Prof. Dr. Matthias Otten, Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften, Institut für Migration und Diversität (MIDI), Technische Hochschule Köln
- Prof. Dr. Julie Argyro Panagiotopoulou, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department für Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Arbeitsbereich Vergleichende Bildungsforschung, Universität zu Köln
- Prof. Dr. Pamela Perniss, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation, Arbeitsbereich Dolmetschen: Deutsche Gebärdensprache, Universität zu Köln
- Fabian Rombach, M.A., Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation, Arbeitsbereich Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies, Universität zu Köln
- Prof. Dr. Eva Sänger, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department für Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Arbeitsbereich Organisation, Technik und Geschlecht, Universität zu Köln
- Prof. Dr. (emerita) Anne Waldschmidt, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation, Arbeitsbereich Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies, Universität zu Köln