An anthropology that takes position instead of pictures The radical potential of Subjectivity for anthropology

13. November 2018

Authors:          Moritz Engel, Christian Schirmer

 

Short abstract

We argue that the current resistances to neoliberalism remind us to depart from stagnant forms of social analysis. We show the relevance of (post-) marxisms put forth by Lacan, Žižek and Deleuze and Guattari to understand social transformation in a world shaped by neoliberal oppression. Our science has an emancipatory kernel or at the very least the potential to show contingency, possibility and chance since it is able to contest various dogmas of neoliberal capitalism. We want to show that what is able to put forth this potentially radical orientation of anthropology toward emancipatory struggles is an anthropology of the subject position.

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Mehr Fremdheit, mehr Kultur – weniger Natur, weniger Bekanntheit

6. November 2018

von Jonathan Staut

 

I. Idealismus und Realismus

Ich habe mich selbst schon immer als Idealisten eingeschätzt, war jedoch nie einverstanden mit der gängigen Gegenüberstellung von Idealismus und Realismus. Festhalten kann man jedenfalls, dass es ohne Idealismus keine Ethnologie hätte geben können. Egal wie sehr man von sich selbst behauptet, Realist zu sein: Unterschiede zwischen Gruppen anzunehmen, bedeutet immer zugleich auch, Unterschiede zwischen Ideen anzunehmen. Ein konsequenter Realist könnte zwar gerade noch sagen, dass es Unterschiede zwischen Menschen gibt, müsste aber Gruppen von Menschen als lose Verbindungen begreifen, die entsprechend durch Zwang zusammengehalten werden müssten. Gruppenunterschiede sind damit immer Unterschiede in der Zwangsform. Das mag zunächst auch einleuchtend erscheinen, denn die vordergründigen Dinge wie Sprache, Nationalität und Religion sind ja schließlich immer spezifische Formen von Zwang und nicht von Freiwilligkeit. Damit dieser Zwang aber wirksam werden kann, müssen aus diesen Merkmalen Ideen gemacht werden, sodass man sagen kann: „Du sollst Deutschland lieben, weil du ein Deutscher bist“. Ohne aus dem Deutschsein ein Ideal zu machen, würde so eine Aufforderung nicht funktionieren.

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Sich auf Ethnologie einen Reim machen

30. Oktober 2018

von Carmen Grimm

An einem Sonntag im September 2018 habe ich die Titel laufender Dissertationsprojekte der Europäischen Ethnologie aus dem Browser kopiert und mit zahlreichen Funktionen einer Analysesoftware und meinem Augenmaß zu ethnologisieren versucht und etwas ver/ge-dichtet.[1]

Hier einige Beobachtungen:[2]

Eure Titel beginnen oft mit E oder G,[3]
Land ist in, Stadt ist inner, Jugend sticht Alter und DDR die BRD.
Ihr seid „nur von besten Eltern“ oder „verliebt in das Fremde“,
habt „Sehnsucht nach dem Wilden Westen“ und konsultiert dafür verstaubte Bestände.

Fragezeichen ja, Ausrufezeichen nein; „Utopien leben?“
Viel läuft auf Englisch o. in Klammern, „(trans-)national belongings“ und „(bi-)nationale Ehen“.
Die Verben sind verhandeln, aushandeln, austarieren, navigieren, steuern und streiten
in allen Dissertationsprojekttiteln von insgesamt 8,56 Normseiten.

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Wie eine Insel im Meer Meine Erfahrungen mit dem Ethnologiestudium

23. Oktober 2018

von Paulin Schulz

Im ersten Semester wird in den Seminaren zu Anfang die Frage gestellt: „Warum studiert ihr Ethnologie und was stellt ihr euch darunter vor?“. Fragende und ratlose Gesichter sind meist die Antwort. Nach kurzem Überlegen kommt von vielen die Begründung, dass sie einen zulassungsfreien Studiengang gesucht haben, sich für Kultur interessieren und hoffen, dass die Ethnologie, meist als Beifach gewählt, das Kernfach sinnvoll ergänzt. An dieser Stelle schaut der ein oder andere Dozent[1] dann erst einmal amüsiert, weil die Ahnungslosigkeit der Erstis, um was es sich überhaupt handelt, sehr offensichtlich ist.

Fakt ist, die Ethnologie ist in der Öffentlichkeit fast gar nicht vertreten, was es schwierig macht, sich vorher ein Bild über diese Wissenschaft zu verschaffen. Die allermeisten, so behaupte ich mal, springen ins kalte Wasser, wenn sie ein Ethnologiestudium beginnen. Das habe ich auch gemacht.

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Wie die Ethnologie zu „interkulturellen“ Diskursen und Perspektivenvielfalt beitragen kann

16. Oktober 2018

Blogredaktion: Warum studierst du Ethnologie?

Rebekka Walter: Für mich ist das Besondere an der Ethnologie eine gewisse Haltung. Und zwar eine Haltung von Respekt dem Anderen gegenüber und ein aufrichtiges Interesse an der Lebenswelt des Gegenübers. Der Versuch, Situationen und Menschen zunächst unvoreingenommen und wertfrei zu betrachten, sich auf eine neue Umwelt einzulassen und den eigenen Standpunkt und eigene Prämissen zu reflektieren und zu relativieren.

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Warum Ethnologie? Aktuelle studentische Perspektiven

12. Juni 2018

Warum studierst Du Ethnologie/Sozial- & Kulturanthropologie? Was zeichnet aus Deiner Sicht eine ethnologische Perspektive aus? Wie, wann und wo taucht diese in Deinem Alltag auf? Worin ist Ethnologie mehr als eine Perspektive? Welche Relevanz und welches gesellschaftliche Potenzial hat für Dich die Ethnologie im 21. Jahrhundert?

Das wollen wir von Dir wissen!

Wir, das sind eine Gruppe Ethnologiestudierender der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die einen Blog zu diesen Fragen planen, welcher im Rahmen der Blogreihe „Debating Anthropology – Streitbare Ethnologie“ wöchentlich erscheint. Ob Essays, Berichte, Gedankensplitter, Gedichte, Provokationen, Interviews … – wir freuen uns über Zusendungen in jeder Form.

Wenn Du Interesse hast, melde Dich zwecks Terminabsprache und/oder Fragen unter warumethnologie@uni-mainz.de

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