Ethnological Collections and Municipal Displays

18. September 2018

by H. Glenn Penny

On September 14, 2018, Manuela Andreoni and Ernesto Londoño published an essay in the New York Times on the recent destruction of artifacts and records at the National Museum in Rio de Janeiro. They titled it: “Loss from Brazil fire felt like a ‘new Genocide’.” Their first major point was that this museum had housed irreplaceable records – material objects as well as texts – that both Brazilian scholars and representatives of Brazil’s many indigenous groups had been using to learn about their pasts. As those records burned, so too did their access to those human histories. The world, they made clear, has been impoverished by that loss.

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Sommerpause

1. August 2018

Der Blog „Wie weiter mit Humboldts Erbe“ verabschiedet sich in die Sommerpause. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Sommer.

Die Debatte wird am 18. September wieder aufgenommen werden.

Die Herausgeber*innen

Unerträgliche Gleichzeitigkeit Von der Korrelation mobiler Objekte und Menschen

24. Juli 2018

von Silvy Chakkalakal

Sonntagmittag, 27. Mai 2018, ich blicke auf das Podium und höre Tom Holert in das Programm des zweiten Tages der Konferenz „Tiefenzeit und Krise, ca. 1930“ einführen, die im Rahmen der Ausstellung „Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930“ am Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) stattfindet. Die von Anselm Franke und Holert gemeinsam kuratierte Ausstellung beschäftigt sich mit dem Gefühl der Unerträglichkeit der Gegenwart entlang des Werkes von Carl Einstein, das in einer dichten Zusammenschau von Texten und Kunstwerken der Zeit kontextualisiert wird.

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From the brothers Humboldt to Jacques Chirac and back… A report from the three-day work shop: Exchanging perspectives: anthropologies, museum collections and colonial legacies between Paris and Berlin (June 6-8, 2018) held at the Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage (CARMAH) and at the Haus der Kulturen der Welt (HKW)

17. Juli 2018

by Felicity Bodenstein, Margareta von Oswald & Callum Fisher

It was at the recently renamed ethnography museum in Hamburg (formerly Museum für Völkerkunde, today Museum am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt) that a meeting was organized on the 18th of May, 2018 by the German Ministry of Foreign Affairs and the Goethe Institut with the rather long and awkward title: From “Frosty Deposits of White Thirst for Knowledge” Towards Things and Wisdom without frontiers. Taken from an expression used by the German intellectual Carl Einstein in 1926 (“Das Berliner Völkerkunde-Museum. Anläßlich der Neuordnung”, published in Der Querschnitt), it refers to an early critique of Berlin’s ethnographic collections as trophies of white greed and it was published shortly before the author moved to Paris where he was to be famously part of the unique intellectual enterprise of George Bataille’s Documents. A policy meeting referencing transgressive critical thinking, may in itself be remarkable, but it was also designed to examine how German institutions might react to African claims for restitution by bringing together major actors from the German institutional landscape with African museum professionals mainly though not exclusively from former German colonies. It was clearly framed in the opening remarks as an effort to react to the November 2017 speech, made in Ouagadougou by French president, Emmanuel Macron and his self-imposed challenge to provide the conditions for a restitution of African heritage from French and even European museums. Invited but not present at the meeting in Hamburg was the French art historian, Bénédicte Savoy, who has spent most of her career teaching at the Technische Universität in Berlin, and who together with Senegalese intellectual Felwine Sarr has been mandated with producing a report to engage this initiative in France. After providing fuel for the lively debate on the state of provenance research in Germany’s ethnographic collections and in particular in provision of the establishment of the Humboldt Forum, her nomination by Macron is exemplary of transnational emulation and mirroring, where individual actors move between national contexts of policy making and contribute to rhizomatic resurgences of critical discourses. Such constellations also exemplify the context that the authors of this report wanted to address by organizing the workshop discussed here. By bringing together several research groups involved in considering the implications and differences in how colonial legacies are dealt with in Paris and Berlin, between the creation of Jacque Chirac’s Musée du Quai Branly (opened in 2006) and the debates concerning the Humboldt Forum (set to open in 2019), the focus was particularly but not exclusively on ethnographic collections and anthropological knowledge production.

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Durch den Tunnel der Kritik zum Weitblick Studentische Perspektiven auf die aktuelle Museums-Debatte

10. Juli 2018

von Faruzan Abulimiti, Armin Bestvater, Katharina Funk, Tobias Gaschler, Lea-Elisa Jakob, Vanessa Jüttner, Can Kapcik, Aaron Klinger, Felix Leikauf, Marvin Marcks, Gesa Marxsen,  Yosé-Gré Reenders, Katharina Schramm,  Cheyenne Thiel

Fast ein Jahr nach Bénédicte Savoys medienwirksamen Rücktritt aus dem Beirat des Humboldt-Forums ist die politische und akademische Debatte um das Großprojekt und die Zukunft ethnographischer Sammlungen kaum abgeklungen. Fast täglich gibt es neue Einlassungen – nicht zuletzt auf diesem Blog. Es regt sich zudem seit längerem in der Museumslandschaft: Provenienzforschung erfährt ungeahnte Aufmerksamkeit, Restitutionsforderungen erhalten neues Gewicht und einige Kurator*innen arbeiten engagiert daran, neue Wege für Kooperationen zu beschreiten. Nachdem die Museen und ethnographischen Sammlungen lange Zeit eher ein Nischendasein gefristet haben – sei es in der öffentlichen Wahrnehmung oder innerhalb der universitären Fachdiskussionen – sind sie nunmehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Vielschichtige Sammlungs-, Klassifikations- und Wissenspraktiken, postkoloniale Verflechtungsgeschichten, Erinnerungspolitiken und nicht zuletzt Fragen von Zugehörigkeit und nationaler Identität sind mit ihnen verknüpft und Gegenstand der kritischen Auseinandersetzung.

Wie aber nehmen junge Studierende der Sozial- und Kulturanthropologie diese Debatten wahr? Welche Fragen stellen sie sich, welche Erwartungen haben sie? Im Rahmen eines BA-Seminars “Sammeln – Ordnen- Ausstellen: Museen zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit” an der Universität Bayreuth haben wir uns diese Fragen gestellt und während einer dreitägigen Exkursion nach Berlin bearbeitet. Dabei hatten die Student*innen die Gelegenheit, mit unterschiedlichen Akteur*innen und Kritiker*innen  ins Gespräch zu kommen und sich selbst ein Bild vom Konzept des Humboldt-Forums zu machen. Aus den verschiedenen Interaktionen und Reflexionen ist im gemeinsamen Denkprozess dieser Beitrag entstanden.

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Imagine decolonizing the law – what would happen?

3. Juli 2018

von Souad Zeineddine

7.6.2018: Im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums (DHM) warte ich gespannt auf den Beginn des interdisziplinären Symposiums „The Stone Cross from Cape Cross – Colonial Objects and Historical Justice“ und fange an mir auszumalen, was wohl passieren würde, wenn N´Jadaka, einer der Hauptprotagonisten aus dem afrofuturistischen Hollywood-Blockbuster ‚Black Panther‘ (2018), durch die Glaskuppel des Schlüterhofes steigen würde. Ziel seines Unternehmens: die Rückführung der Säule von Cape Cross[1]. Nach der (fiktiven) Rückführung der Vibranium-Axt, aus dem (fiktiven) „British Museum“ (jhuexhibtionist 2018) nach Wakanda wäre dies seine zweite ‚illegale‘ Rückführung. Einerseits amüsiert mich die Vorstellung in die entsetzten bis schockierten Gesichter der 350 nationalen und internationalen Gäste (DHM 2018) zu blicken, andererseits fange ich, mit Blick in das Symposiumprogramm an, über die Möglichkeiten der Dekolonisierung des nationalen und internationalen Recht nachzudenken.

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Was wissen wir, wenn wir sehen? Oder: Wie können „Welt“-Museen die kulturelle Geografie erneuern? Ein Blick aus den Staatlichen Museen zu Dresden*

28. Juni 2018

von Monica Juneja

*Aus dem Englischen von Robin Cackett

Museen, die Sammlungen von „Weltkulturen“ aufgebaut haben und uns heute als ethnologische oder, umfassender, als enzyklopädische Museen bekannt sind, sind nach wie vor Gegenstand leidenschaftlicher Debatten. Schon ein flüchtiger Blick auf die vielfältigen und erkenntnisreichen Beiträge dieses Blogs vermittelt uns einen Eindruck von den Polen, zwischen denen die Überlegungen in den letzten Jahren in der Regel schwanken, nämlich den Polen einer postkolonialen Kritik und eines zeitgenössischen Multikulturalismus. Jenseits dieser, inzwischen wohlbekannten Binarität versuchen weitere Positionen in der Diskussion, unserem Verständnis der Fragen, um die es dabei geht, eine größere Komplexität zu verleihen. Einer der Vorschläge besteht darin, dass wir eine „Wurmperspektive“ einnehmen, wie Kavita Singh es getan hat,[1] will heißen: dass wir eine Mikroperspektive aus der jeweiligen Lokalität heraus einnehmen. Eine solche Verschiebung des Maßstabs würde uns unmittelbar darauf aufmerksam machen, dass nicht alle Gemeinschaften einer gegebenen Region oder Lokalität aus derselben Position sprechen wie es die offizielle Stimme des Nationalstaats tut.

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The pitfalls of ‘shared heritage’

19. Juni 2018

by Sarah van Beurden

As a historian of museum institutions on the African continent, and as someone who has chronicled the histories of earlier disputes around restitution, I have been following the growing debates around the reinstallation of European museums with great interest. They are, at least in part, responsible for the recent revival of debates around the western possession of African heritage. In particular, this connection is apparent in the projected reinstallation of the collections of the Staatliche Museen zu Berlin in the Humboldt Forum, slated to open in December 2019, as well as in the renovation and reinstallation of the Africa Museum in Tervuren, Belgium, slated to reopen this December. The leadership of these institutions have, to their credit, engaged with the existing debates. However, in doing so, both Hermann Parzinger, head of the Humboldt Forum and Guido Gryseels, director of the Belgian Royal Museum for Central Africa, have used the concept of ‘shared heritage’ (patrimoine partagé) to define their collections, as a way to address a common history and to recognize the importance of the objects in their institutions for multiple communities.[1] I want to explore the historical trajectory of that term and its consequences here.

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Lässt sich der koloniale Blick umdrehen? Das Rautenstrauch-Joest Museum befasst sich mit der Pionierarbeit seines früheren Direktors Julius Lips

12. Juni 2018

von Steffi de Jong

Über Wochen blickte sie mir in Köln immer wieder von Plakaten und Fahnen entgegen. Eine furchteinflößende Figur (Abb. 1). Groß aufgerissene Augen, den Mund weit geöffnet, die Zähne gebleckt, das Gesicht kreideweiß, der linke Arm über den Kopf hin ausgestreckt, so dass man kaum umhin kam, sich an die Begrüßungsgeste der dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte erinnert zu fühlen. Daneben die Überschrift: „Der Wilde schlägt zurück“. Ist diese Figur der Wilde?, fragte ich mich. Und gegen wen schlägt er zurück?

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