Zum dritten Mal wurde 2025 der Preis für die vorbildliche Betreuung von Abschlussarbeiten (Betreuungspreis HF) an der Humanwissenschaftlichen Fakultät verliehen. Ausgezeichnet wurde Dr.‘ Claudia Nikodem vom Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften für ihre engagierte, verlässliche und zugleich fachlich wie persönlich unterstützende Begleitung von Abschlussarbeiten.

Über ihr Verständnis und ihr Konzept zur Betreuung von Abschlussarbeiten sagt sie selbst:
Im Jahr werden von mir ca 18-20 Abschlussarbeiten in der Soziologie, den Bildungswissenschaften und im Master Gender- und Queerstudies betreut.
Viele Studierende habe ich über mehrere Jahre in ihrem Studium begleitet. Das bedeutet auch, dass fast alle Studierende, die bei mir ihre Abschlussarbeit schreiben, bereits mehrere Seminare bei mir belegt haben. Neben einer wissenschaftlichen Vertrautheit, gibt es vielfach auch eine ‚persönliche Vertrautheit‘.
Abschlussarbeiten – insbesondere die Masterarbeiten – sind für viele Studierende einer der letzten Wege im Studium. Gerade in dieser Übergangsphase fällt es manchen Studierenden schwer, loszulassen, das Studium loszulassen und sich auf den Weg ins Ungewisse der Erwerbsarbeitswelt zu begeben. Das kann dann Auswikungen auf den Schreibprozess haben.
Bereits dieser kleine Aspekt sollte deutlich machen, dass es beim Verfassen einer Abschlussarbeit um mehr geht als um das Schreiben einer großen Hausarbeit. Das erfordert eine gute und umfassende Begleitung. Diese Begleitung erfolgt in einem Kolloquium, das sowohl im Semester als auch – bei Bedarf – in der vorlesungsfreien Zeit angeboten wird und an dem alle Prüfungskandidat*innen teilnehmen können. Die Studierenden haben die Möglichkeit ihre Arbeit vorzustellen. Anders als im universitären Alltag üblich, geht es dabei nicht darum, eine methodisch und inhaltlich perfekte Präsentation der Arbeit zu liefern, sondern um die Diskussion der Punkte, an denen es nicht weitergeht. So werden Leitfäden, Kategoriensystem, Inhaltsverzeichnisse und Fragestellungen genauso diskutiert wie mögliche Schreibblockaden oder Zweifel, die das Schreiben verhindern.
In diesen Kolloquien treffen die Studierenden auf andere, die in einer ähnlichen Situation sind. Es ist schön zu beobachten, welche Solidarität unter den Studierenden in dieser Phase gegeben ist. Insbesondere der Austausch zwischen den Studierenden im Master und denen, die ihre erste Arbeit schreiben ist sehr gut. So wird Literatur ausgetauscht, Theorien werden diskutiert….
Bei der Betreuung ist mir ein gutes Verhältnis zwischen Freiraum schaffen und ‚Nachhaken‘ , vielleicht auch Strenge wichtig. Mir ist es wichtig, dass die Studierende Fragestellungen entwickeln, die gut bearbeitbar sind, die nicht nur deskriptiv sondern auch analytische Elemente haben. Vor allem aber spielt auch die eigene Situierung und die Reflexion über diese eine große Rolle beim Schreibprozess. Was hat die Beschäftigung mit einem bestimmten Thema mit einem selbst zu tun?
Die Studierenden in diesem wichtigen Schritt des Studiums zu begleiten, mit ihnen zu diskutieren und sie untereinander diskutieren zu sehen ist eine wunderbare Aufgabe.
