
Es war einmal ein Mädchen namens Marlene. Sie war 10 Jahre alt und lebte seit der 2. Klasse bei ihren Großeltern, weil ihre Eltern nach einem Elternsprechtag verschwunden waren. Marlene ging nicht immer gerne in die Schule, weil ihre grüne Schuluniform ein wenig alt aussah. Doch an diesem Tag änderte sich alles!
An einem Dienstag Vormittag hatte Marlene nach der Pause Englischunterricht. Sie suchte verzweifelt nach ihrem Klassenzimmer. Doch irgendwann stand sie vor einer Tür und sie dachte, dass dies ihr Klassenzimmer ist. Die Tür sah aber ganz anders aus als sonst! ★
Sie öffnete die geheimnisvolle Tür und setzte einen Fuß in das Klassenzimmer, doch was ist das!? „Aber das ist gar nicht mehr mein Klassenzimmer“, sagte Marlene verwundert. Sie war neugierig. Sie ging weiter hindurch. In ihr kribbelte es vor Aufregung! Da sah sie eine andere Welt. Plötzlich hörte Marlene die Stimme ihres Vaters. ★ Die Stimme verstummte wieder. Sie folgte der Stimme und lief durch einen geheimnisvollen Wald. Mit jedem Schritt, den sie machte, wurde der Wald immer dunkler und dunkler. Sie ging an reißenden Flüssen, hohen Bäumen, einem tiefen Sumpf und einem magischem See entlang.
Da hörte sie die Stimme ihres Vaters noch einmal rufen: „Komme zu mir ich suche dich, meine Tochter Ronja!“. Da fragte sie sich: „Wieso nennt mein Vater mich Ronja?“. Sie guckte an sich herunter. Sie trug nicht mehr ihre Schuluniform, sondern ein langes dunkelblaues Kleid und lockige braune Haare. Sie sah aus wie Ronja Räubertochter. Es war dunkel, aber trotzdem versuchte sie dem Weg weiter zu folgen. Auf dem Weg traf sie eine schwangere Fuchsmutter und ein Reh. Sie fragte das Reh: „Hey du, weißt du wo mein Vater ist? Ich versuche seiner Stimme zu folgen. Hast du die Stimme auch gehört?“ Das Reh antwortete: „Ja, habe ich, ich bringe dich hin. Steig auf meinen Rücken!“ In Blitzgeschwindigkeit rannte das Reh in Richtung der Stimme. Auf einmal sah Ronja ein riesiges graues Schloss, das mit Efeu bewachsen war. Sie stieg vom Reh herunter und fragte: „Hey, wie heißt du eigentlich?“ Das Reh antwortete: „Ich heiße Mika.“ Ronja bedankte sich bei Mika: „Danke Mika, dass du mich nach Hause gebracht hast.“ Nun ging sie aufgeregt auf das Schloss zu und kletterte an einer Efeuranke hoch. Da sah sie zwei Fenster. „Welches Fenster soll ich nehmen? Das linke Fenster oder das rechte Fenster?“. ★ Sie wollte lieber durch das rechte Fenster gehen. Als sie drinnen war, sah sie eine angelehnte Tür auf der anderen Seite des Raums und hörte königliche Musik. ★
Sie ging in Richtung Tür und öffnete sie. Dort war ein großer Tanzsaal in dem die roten Samtstühle zur Seite geschoben waren, sodass die Tanzfläche frei war. ★
Ronja flüsterte: „Das ist doch mein Vater“. Sie sah ihren Vater mit einer anderen Frau tanzen. Ihr Vater sah genauso aus, wie auf dem Bild, was ihr ihre Oma gezeigt hatte. Ronja fragte sich: „Wer ist diese Frau? Die habe ich noch nie gesehen“. Ronja rannte zu ihrem Vater und sprang ihm um den Hals. „Ronja meine Kleine, wo warst du so lange? Wir haben auf dich gewartet. Ich habe dich gerufen, weil wir den Weg nicht mehr zurück gefunden haben. Deswegen war ich so lange nicht bei dir“, sagte ihr Vater. Ronja ging raus, sie musste erstmal einen klaren Kopf bekommen. Sie wollte die andere Seite des Schlosses erkunden und sprang über eine Schlucht. Die Schlucht trennte das Schloss von den verfeindeten Nachbarn ab, weil sie zerstritten waren. Sie schaffte es aber nicht ganz, sie hielt sich an der gegenüberliegenden Kante fest. Plötzlich rief sie laut: „Hilfe ich kann mich nicht mehr lange halten!“. Sie fiel mehrere Sekunden, doch ihr Sturz wurde abrupt gebremst. Ronja war vor Schock ohnmächtig. Ein Junge fing sie auf und rettete ihr damit das Leben. Als Ronja wieder zu sich kam lag sie zugedeckt auf einer Liege im Schloss. Vor ihr stand ihr Vater. Ronja fragte sich: „Was ist passiert?“ Der Vater antwortete: „Ich bin dir hinterhergelaufen, weil du weggerannt bist. Du bist gefallen, doch dieser Junge hat dir das Leben gerettet“. Er sagt zu dem Jungen: „Ab jetzt bist du immer herzlich willkommen bei uns, weil du meine Tochter gerettet hast. Wir laden dich und deine Familie zu Kaffee und Kuchen ein“. Der Vater fügt hinzu: „Lasst uns den alten Streit vergessen, es ist doch viel wichtiger Freunde zu sein als Herrscher des Waldes zu sein. Lass uns beide König sein. Ich finde, wir sollten deiner Familie den Vorschlag machen!“ Wenn du mehr über den Streit der beiden Familien wissen möchtest, dann klicke hier ★
Als alle den Schock verdaut hatten, trafen sich beide Familien zu Kaffee und Kuchen. Der Tisch war gedeckt und Kuchen roch nach Erdbeeren. Am Tisch saßen Ronja, ihr Vater und seine Frau. Ebenfalls der Lebensretter Max, der Vater von Max namens Florian und seine Mutter Elisabeth. Plötzlich kam ein kleines grünes Wesen ★ mit der Familie des Jungen zur Tür rein. Die Familie von Ronja wunderten sich: „Was ist das denn?“ Florian antwortete: “ Das ist unser Haustier! Er heißt Josef. Wir fanden ihn in einer Höhle und haben ihn aufgenommen. Darf er weiterhin bei uns bleiben? Er ist auch stubenrein!“ Ronjas Vater antwortete: „Ja klar, er gehört jetzt offiziell zu unserer Familie!“
Da sagte Ronja zu der Frau ihres Vaters: „Du kommst mir irgendwie bekannt vor aber ich erkenne dich nicht so ganz. Bist du meine Mama?“ Ronjas Mutter hatte Tränen in den Augen und sagte: „Ja, ich bin deine Mutter. Wahrscheinlich hast du mich nicht erkannt, weil du mich so lange nicht gesehen hast und mich diese Welt ein wenig verändert hat. Du warst 6 Jahre als wir uns das letzte mal gesehen haben. Papa und ich waren bei deinem ersten Elternsprechtag und haben den Raum deiner Lehrerin nicht gefunden. Wir sind durch eine Tür gegangen und auf einmal waren wir hier. Dann haben wir uns verirrt und den Weg nicht wieder zurück gefunden. Wahrscheinlich sind wir durch die gleiche Tür gelaufen oder? Seitdem haben wir dich überall gesucht, bis heute! Ich bin so froh dich zu sehen! Wir haben nur eine geheime Botschaft bekommen. In der Nachricht wurde uns versichert, dass du gut bei deinen Großeltern aufgehoben bist, aber trotzdem haben wir dich jeden Tag gesucht.“ Ronja war ganz erleichtert und glücklich jetzt die ganze Geschichte zu wissen. Die Familie von Max war ganz verwirrt, da sie gar nicht wussten, dass ihre Welt nicht die Einzige war. Max sagte: „Könnt ihr nicht hierbleiben?“ Der Vater sagte: „Okay, aber Ronja, du musst ja in die Schule. Du musst mir versprechen Ronja, dass du jeden Tag in die Schule gehst und danach wieder hierher kommst. Außerdem müssen wir deine Großeltern informieren.“ „Ich möchte Oma und Opa auch am liebsten hier haben. Ich hoffe ihnen gefällt es hier auch“, antwortete Ronja.
Was jetzt passiert hängt ganz von dir ab: Zwei Entscheidungen führen zu zwei unterschiedlichen Enden. Egal welchen Weg du wählst, es lohnt sich.


Und wenn sich nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.